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Nach einer sechsjährigen Pause stellten sich die Steingadener Musikerinnen und Musiker bei den Wertungsspielen im Rahmen des 36. Bezirksmusikfest des Bezirks 3 Füssen in Seeg erstmals wieder einer musikalischen Fachjury. Nach dem Frühjahrskonzert hatte Dirigent Weiß seinen Musikerinnen und Musikern eine einwöchige Pause zugestanden, bevor er direkt in die Vorbereitung für die Wertungsspiele überging. Eine besondere Herausforderung war dabei die terminliche Kollision mit den gleichzeitig stattfindenden Theaterproben für „Welfs Erbe“, bei denen etliche Musikerinnen und Musiker gebunden waren, die sich als SchauspielerInnen gemeldet hatten. So war dem Dirigenten das Proben mit all seinen MusikerInnen lediglich kurz vor dem Wertungsspiel vergönnt. Am Sonntag, den 17. Mai trafen sich die Steingadener schließlich um 20 vor Zehn im Probenraum in Steingaden, um sich gemeinsam einzuspielen und dann zu den Wertungsspielen nach Seeg zu fahren. Nachdem sich die MusikerInnen dort im Einspielraum gesammelt und nochmals für Stimmung und Harmonie gesorgt hatten, traten die Steingadener um 11:20 Uhr schließlich vor die Jury. Angetreten waren die Steingadener in der Konzertwertung in der Oberstufe und hatten die beiden Stücke „Festive Overture“ von Satoshi Yagisawa (Pflichtstück) und „Signature“ von Jan van der Roost (Selbstwahlstück) vorbereitet, die sie dann mit (zu)viel Forte präsentierten. Nach dem eigenen Auftritt nutzten viele die Gelegenheit der in der Höchststufe antretenden Kapelle Görisried zuzuhören, die ein beeindruckendes Leistungsniveau zeigte, das die Steingadener durchaus staunend zurückließ.

Eine Woche nach den Wertungsspielen machten sich die Steingadener schließlich erneut auf den Weg nach Seeg – diesmal, um den Festsonntag des Bezirksmusikfests zu zelebrieren. Bei sommerlich heißen Temperaturen absolvierten die Musikerinnen und Musiker zunächst den Gemeinschaftschor, manche allerdings eher passiv in der Nähe der Kaltgetränkeversorgung, und nahmen dann am Festumzug durch den Ort teil. In gespannter Erwartung der Wertungsergebnisse genossen die Steingadener die herrliche Bierzeltatmosphäre, für die die Musikkapelle Rückholz sorgte. Ab ca. 17:00 Uhr startete schließlich die lang ersehnte Bekanntgabe der Wertungsspielergebnisse, die chronologisch erfolgte. Die Minika Lechbruck/Steingaden hatte bei ihrem Debüt unter der Leitung von Laura Weiher 83,5 Punkte erreicht. Die Jugendkapelle Lechbruck/Steingaden unter der Leitung von Laura Strobl durfte mit 88,2 Punkte einen schönen Erfolg feiern. Schließich wurde auch das Ergebnis des Musikvereins Steingaden verkündet: 82,7 Punkte. Lange Gesichter und wenig Jubel am Tisch der Steingadener. Dieses Ergebnis, das zwar mit dem Prädikat „Sehr guter Erfolg“ belegt ist, war definitiv nicht das, was die Steingadener anvisiert und sich erhofft bzw. erwünscht hatten. Nach einem kurzen Schock-Moment fanden die Steingadener allerdings schnell ihre Fassung wieder. Während manch einer das Ergebnis in einem digitalen Gespräch direkt aufarbeiten wollte, ließen sich die meisten anderen den Tag davon nicht vermiesen und munterten sich gegenseitig auf. Was gibt es denn in so einer Situation auch Besseres als eine gemeinsame BZBMGT (Bierzelt-Blasmusik-Gruppentherapie). Und so freuten sich die Steingadener mit den anderen Kapellen über deren gute Ergebnisse und standen diese schweren Schicksalsstunden gemeinsam durch. Insgesamt nahmen die Steingadener das Ergebnis sportlich, da die Kritik der Wertungsrichter, die im Wesentlichen die Punkte Dynamik und Intonation betrifft, nicht unberechtigt ist. Anstatt ihrer Köpfe in den Sand zu stecken, blicken sie nun lieber zuversichtlich nach vorn und erfreuen sich am gemeinsamen Musizieren – in guten wie in schlechten Zeiten.

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