Das wechselhafte und regnerische Wetter der letzten Tage und der Wetterbericht, der auch für den Fronleichnamstag ähnliches Wetter vorhersagte, hatte es den Organisatoren der Fronleichnamsprozession nicht leicht gemacht. Dennoch wurden sie am Morgen des 04.06. mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein für ihre Entscheidung für die Gut-Wetter-Variante belohnt. Um halb neun war der Markplatz gut gefüllt mit ChorsängerInnen, Kommunionkindern, Fahnenabordnungen, zahlreichen Trachtlern, Mitgliedern der Gemeinde und dem Musikverein Steingaden. Dieser hatte einen Platz in der Morgensonne ergattert, die den Musikerinnen und Musikern in Kombination mit ihren blauen Joppen schon bald Schweißperlen auf die Gesicherter zauberte. Zusammen mit dem Kirchenchor gestaltete der Musikverein unter der Leitung seines Dirigenten Christoph Weiß den Fronleichnamsgottesdienst, der vom Ortsgeistlichen Pater Joyice und Wieskurat Florian Geis zelebriert wurde, musikalisch. Nach der knapp 45-minütigen Messe, waren die gut 30 Musikerinnen und Musiker in den Joppen auf den Punkt gegart und entschlossen sich dazu, diese vor der Prozession abzulegen. Da der letzte Gebrauch des Prozessions-Marschbuchs schon eine Weile zurück lag, gab es mancherlei Startschwierigkeiten beim Abmarsch vom oberen Marktplatz, die darlegten, dass der Zahlenraum von eins bis acht nicht jedermanns Spezialgebiet ist. Nach verhaltenen Lachern setzte sich die Kapelle schließlich doch noch fast gemeinsam und musizierend in Bewegung. Während der Prozession neckte das Schlagwerk dann seine Musikerkolleginnen und -kollegen immer wieder mit variierenden Tempi und forderte sie zudem durch Wechsel der Hauptschläge heraus, was zu manchen Steptanzschritten führte. Nach einem Zwischenstopp beim Altar am neuen Friedhof kehrte der Zug wieder auf den Marktplatz zurück, wo die Musikkapelle noch einen zackigen Prozessionsmarsch zum Besten gab. Nach dem Schlussgebet, Schlusslied und einem Instrumentalstück zum Auszug rückten die Teilnehmer der Prozession in bewährter Weise zum Weißwurstfrühstück beim Gasthof Graf ab. Dort ergatterten die Musikerinnen und Musiker Plätze im gemütlichen Biergarten und konnten die feinen Weißwürste aus Steingadens Wurstmanufaktur genießen, die vom Ortsgeistlichen Pater Joyice das Prädikat „Aber ein bisschen wenig Salz“ erhielten. Einige holten sich noch eine Portion „Dolce Vita“ in Form von orangefarbenen Aperitif-Getränken, vor sich die Versammlung gegen Mittag dann auflöste.
