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Aufgrund der Absage bei den Wertungsspielen in Nesselwang in diesem Jahr ließen sich die Steingadener Musikerinnen und Musiker immerhin für den Kirchenzug am Festsonntag des Bezirksmusikfests des Bezirks 3 Füssen in Nesselwang verpflichten. Da die Nesselwanger das Bezirksmusikfest zusammen mit dem Viehscheid feierten, fand das Festwochenende erst im September statt. Am Morgen des 21. Septembers brach eine knapp 20-köpfige Truppe Steingadener Musikanten mit dem Bus in Richtung Nesselwang auf. Vom Feuerwehrhaus nahe dem Festzelt mussten sie zunächst einen kurzen Fußmarsch talwärts zum Aufstellungsplatz bei der Schule absolvieren. Erfreulicherweise wartete am Aufstellungsplatz bereits ein Steingadener Posaunist, sodass die Gruppe auf über 20 Köpfe anwuchs. Neben den Steingadenern nahm leider keine weitere Kapelle, abgesehen von der Festkapelle aus Nesselwang, am Kirchenumzug teil. Und so repräsentierten die Steingadener stolz den Bezirk 3. Wenn die Steingadener an diesem Tag eines lernten, dann dass Nesselwang nicht im Flachland liegt. Bereits auf dem Weg zur Kirche absolvierten die Musikerinnen und Musiker mit ihrem Dirigenten Christoph Weiß etliche Höhenmeter und kamen ordentliche ins Schwitzen. Am Gotteshaus angekommen erreichte die Steingadener dann leider die Information, dass dieses schon gut gefüllt und kein Platz mehr frei sei und zogen so mit einigen Nesselwanger Feuerwehrlern, die dasselbe Schicksal ereilte, weiter in die nahegelegene Nebenkirche zum dreifaltigen Posthorn. Später sollte sich herausstellen, dass dies eine Fehlinformation war und noch Platz in der Kirche gewesen wäre, allerdings konnte zu diesem Zeitpunkt der Urheber der Falschnachricht nichtmehr ermittelt werden. Die Messnerin der Nebenkirche schien überrascht über einen derartig großen Andrang am Sonntagmorgen und musste wohl zunächst noch einigen Hausgästen die Beichte abnehmen, bevor sie die Steingadener versorgen konnte. In der Zwischenzeit hatte Dirigent Weiß für ein kleines Wunder gesorgt, das als Speisung der 21 in die Geschichtsbücher eingehen wird, und sich vervielfältigende Brezen und Croissants herbeigeschafft. Nach einiger Zeit konnte erfreulicherweise auch der Durst der Musikerinnen und Musiker nach den ersten Strapazen des Tages gestillt werden.

Kurz vor dem Ende der Messe in der Hauptkirche postierten sich die Steingadener wieder vor der Kirche und konnten so noch den Klängen des Auszugstücks „Olympic Spirit“ lauschen, das von den Nesselwangern feierlich in die Kirche geschmettert wurde. Anschließend stand ihnen eine Bergetappe zurück hinauf zum Bierzelt bevor, die sie mit der Aussicht auf schöne Blasmusik und Bierzeltleckereien gut meisterten. Nachdem die Instrumente im Feuerwehrhaus zwischengeparkt wurden, machten sich die Steingadener auf ins Bierzelt, wo sie bereits von der Stadtkapelle Lohne mit einem schönen Frühschoppen empfangen wurde. Im Laufe des Frühschoppens stellte sich heraus, dass friesische Schützen wohl einen etwas anderen Musikgeschmack als die gemeinen bayerischen Musiker haben, da beim zwar hervorragend dargebotenen Roland Kaiser Medley nicht so richtig Stimmung im Zelt aufkommen wollte. Dafür wurden die Frühschoppenden mit anderen herrlichen Blasmusikhits entlohnt. Gegen 13:00 Uhr machten sich die MusikerInnen auf zum Gemeinschaftschor unterhalb der Alpspitzbahn, wobei einige an den Weizenständen hängenblieben und von dort den Gemeinschaftschor genossen. Die „Seele des ASM“ wie Bezirksleiter Alexander Schmid die Vizepräsidentin Centa Theobald begrüßte und auch der ranghöchste bayerische Musiker selbst, Franz Pschierer der Präsident, hatten den Weg nach Nesselwang auf sich genommen und konnten so der Darbietung des „Allgäuer Heimat-Marschs“ beim Gemeinschaftschor beiwohnen. Bei herbstlichen Spitzentemperaturen mussten die Steingadener noch einige Zeit bei der Aufstellung ausharren, da sie leider eine der hinteren Zugnummern beim Festumzug belegten. Schließlich setzte sich die inzwischen auf knapp 30 Musikerinnen und Musiker angewachsene Truppe nach gut 45 Minuten Wartezeit in Bewegung und marschierte in wildem Auf und Ab durch Nesselwang. Vor Schweiß triefend und nach einer Erfrischung lechzend kehrten sie nach dem Umzug zum Festzelt zurück und genossen teils am Weizenstand teils im Zelt bei Klängen der Harmoniemusik Seeg den schönen Festsonntagnachmittag. Gegen 16:30 Uhr kehrten die Musikerinnen und Musiker zu ihrem Bus zurück und machten sich nach diesem ereignisreichen Blasmusiktag zurück auf den Weg ins heimatliche Steingaden.

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