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12.11.2019
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12.10.2019 16:00 Uhr

Oberstufenwettbewerb in Neu-Ulm 12.10.2019

Von: Jakob Hindelang

Nachdem sich der Musikverein Steingaden bei den Wertungsspielen des Bezirks 3 des ASM in Altenstadt im Mai für den Oberstufenwettbewerb qualifiziert hatte, stellten sich die Musiker am Samstag, den 12.10.2019 zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Wertung auf Verbandsebene. Dirigentin Melanie Möst hatte die Herausforderung, die Kapelle sowohl auf den Wettbewerb als auch auf das Kirchenkonzert gut zwei Wochen später vorzubereiten, angenommen und so das Orchester parallel für die beiden Anlässe trainiert. Neben dem aus musikalischer Sicht wenig anmutenden Pflichtstück „With Trumpets and Drums“ von Alfred Reed, dem sein Alter von gut 30 Jahren durchaus anzuhören ist, hatte sich die Dirigentin als Selbstwahlstück für „Three Times Blood“ von Fritz Neuböck entschieden, das bereits beim Wertungsspiel dem Verein zum Sieg verholfen hatte. Wo beim Selbstwahlstück nur wieder Auffrischungsarbeit und das Herausarbeiten einiger Details notwendig war, musste sich die Kapelle das Pflichtstück innerhalb der vier Wochen vor dem Wettbewerb erarbeiten. Mit gemischten Gefühlen und nicht all zu hohen Erwartungen bezüglich des Ergebnisses machten sich die Musiker am Samstagvormittag schließlich auf den Weg nach Neu-Ulm, wo der Wettbewerb stattfand. Nachdem sämtliche Instrumente fachmännisch im Bus verstaut worden waren, konnte die Fahrt los gehen. Entgegen der allgemeinen Meinung zog der Busfahrer es vor, die Anreise durch die staubehaftete Fahrt über Füssen zu verzögern, was den Musikern dann wertvolle Zeit zur Brotzeit raubte, die aus unerklärlichen Gründen im Gepäckraum und nicht bei den Musikern gelandet war. So blieb den Musikern nur, mit mehr oder weniger lauten Mägen den Wettbewerb zu bestreiten, was aber erstaunlicherweise die Konzentration der Musiker gestärkt haben muss. Nach dem Einspielen und Einstimmen stellte sich die Kapelle schließlich der 7-köpfigen Jury, die nicht nur das klangliche Erscheinungsbild bewertet, sondern auch das Können der Dirigenten. Auch eine alte Bekannte hatte der Musikverein auf der Bühne des Edwin-Scharff Hauses wieder getroffen – Centa Thobald, die auch beim Frühjahrskonzert anwesend war, fungierte als Moderatorin des Wettbewerbs und erwähnte den nun seit 70 Jahren aktiven Jubilar Gerhard Klein nochmals. Nach der Darbietung der Wertungsstücke in einem klanglich hervorragenden Raum konnten die MusikerInnen nach einem Gruppenbild am Donauufer endlich ihren Hunger stillen, was zu nach purem Überlebenskampf anmutenden Szenen führte. Doch schon wenig später war das letzte Knurren schließlich verstummt und die Entspannungsphase eingeleitet. Die übrigen gut 1,5 h bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse verbrachten die Musiker am Ufer der Donau mit dem Konsum von Kaffee, Eis und Bier und kleinen ballistischen Experimenten mit Kastanien. Gegen 16:00 Uhr macht sich der Pulk dann auf in den großen Festsaal, wo bereit die Schützenkapelle Reutti mit bester Blasmusik auf der Bühne aufwartete. Nach Grußworten von Bundesdirigent und Neu-Ulmer Vizebürgermeister übernahm Bezirksdirigent Markus Thaler das Mikrofon und gab die Ergebnisse bekannt. Die etwas unglückliche Formulierung über den leider nichtmehr unter uns seienden Ehrengast wurde von den schon angeheiterten Musikern mit großem Lachen quittiert. Dass sich der Ausflug nach Neu-Ulm für den Musikverein auf jeden Fall gelohnt hatte, stellte sich schon bei der Verlosung von Gutscheinen vor der Bekanntgabe heraus, bei der die Steingadener einen 200 € Gutschein gewannen. Nachdem die Spannung nach dem Bierzelt Hit „Les Humphries in Concert“ ins unermessliche gestiegen war, lüftet Markus Thaler schließlich das Geheimnis um die Sieger des Wettbewerbs und startete die Bekanntgabe. „Den 8. Platz mit 404 Punkten, hat belegt die…“ bereits hier fielen den Steingadnern die Steine vom Herzen, da sie ja ein Musikverein sind und so der Artikel „der“ hätte lauten müssen, hätten sie den hintersten Rang belegt. „… Musikkapelle Wohmbrechts“. Nach dieser ersten Erleichterung gab es nichts mehr zu verlieren. Als auch noch die Plätze 7 und 6 an die Kapellen aus Bad Wörishofen und Weicht gingen, fing der ein oder andere an doch noch von Podiumsplätzen zu träumen – was aber durch die Verkündung des 5. Platzes beendet wurde. Mit 430 Punkten hatte sich der Musikverein einen sehr guten 5. Platz gesichert, mit dem alle Beteiligten mehr als zufrieden waren und ihn mit „oh oh eo, du schöner MVS, wir haben einen 5. Platz und im Feiern sind wir Meister! – Meister!“ quittierten. Auch Dirigentin Melanie Möst war mit dem erzielten Ergebnis höchst zufrieden und hatte von Centa Theobald sogar eine Rose bekommen. Schnell wurde der „5. Platz-Siegerpokal“ mit Schaumwein gefüllt und jubelnd umhergetragen. In bester Laune zogen die Musiker nach ausgiebigem Anstoßen schließlich zum Bus, wo schon Reste von Landjägern, Brezen und Dicke warteten – allerding keine Getränke mehr. Nach dem Abschied von den extra angereisten Fans aus Schabs und Steingaden fuhr der Bus direkt den ersten Zwischenhalt Getränkemarkt an, wo die Bestände für die Heimfahrt aufgefüllt wurden. Bis auf zwei Biesl-Pausen verlief die weitere Heimfahrt von Freudengesängen begleitet ohne Probleme. Nach einem erneuten Umweg über Füssen erreichten die Musiker gegen 19:30 Uhr schließlich das Feuerwehrhaus von wo aus sie nach kurzem Ausräumen weiter zum Gasthof Graf gefahren wurden, wo der Tag schließlich ausklang.