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30.04.2017 17:18 Uhr

Frühjahrskonzert 2017

Trotz der winterlichen Temperaturen, die den bereits angebrochene Frühling wieder vertrieben hatten, waren gut 400 Besucher am 22. April 2017 in die Turnhalle der Mittelschule Steigaden gekommen, um das Frühjahrskonzert des Musikvereins Steingaden zu hören. Bekannte Gesichter aus der lokalen und regionalen Blasmusikszene aber auch unbekannte Gesichter wie das des Komponisten Joachim Schreiber waren in der Turnhalle anzutreffen. Dieser hatte den Weg nach Steingaden auf sich genommen, um der Uraufführung eines seiner Werke beizuwohnen. So erklang zur Eröffnung des Konzerts unter den Taktschwüngen des Dirigenten Georg Müller die Ouvertüre zum Freilichtspiel „Die Anstifter“, für das die Musik aus der Feder Joachim Schreibers stammt.  In bewährter Weise hatte Anna Bair auch dieses Jahr die Moderation des Konzerts übernommen, was sie wieder einmal mit Bravour meisterte.  Nachdem sie kurz die Thematik des Theaterstücks umrissen und so hoffentlich das Interesse vieler Konzertbesucher geweckt hatte (Tickets und nähere Infos gibt es hier), kündigte sie das nächste Stück „Pomp & Circumstance Nr. 4“ an. Hierbei handelte es sich um den vierten Militärmarsch aus der bekannten Reihe von Edward Elgar aus dem Jahr 1907, der mit edlen und martialischen Klängen das Publikum begeisterte. Anschließend wagten die Musiker einen Ausflug in die Fantasiewelt des J.R. Tolkien, um genau zu sein zu den Hobbits. Johan de Meij hat in seiner Sinfonie die Hauptfiguren dieser Bücher in Melodien und Klänge gefasst. Da die Vorliebe der Hobbits fürs Essen Trinken und Feiern durchaus mit den Vorlieben eines Musikers übereinstimmen, lag es nahe, dass Dirigent Geoerg Müller den fünften Satz dieser Sinfonie, welcher eben diese eigenartigen liebenswerte Geschöpfe thematisiert, für das Konzert ausgewählt hatte. In reale und wesentlich wärmere Gefilde bewegte sich die Musikkapelle anschließend mit dem Stück „El Arquitecto“, einem Pasadoble von Aurelio Perez Perelló. Diese eigentlich lateinamerikanische Tanzmusik mit spanischen Wurzeln spiegelt den Kampf eines Toreros wieder, der sein rotes Tuch bzw. die Dame, für den Stier schwingt. Der Name des Stücks rührt dabei von der Widmung des Stücks für den Architekten José Giménez Cusi her.

Der Musikverein hatte sein Konzert wieder als Anlass genommen, verdiente langjährige Mitglieder zu ehren. So konnte Bezirksleiter Gottfried Groß Anna Bair, Anton Schmerold, Ingrid Eder, Lucia Schmid und Sandra Vogel im Namen von Franz Pschirer, dem Präsidenten, für 10 Jährige Tätigkeit auszeichnen. In seiner Ansprache betonte er, dass der Allgäu-Schwäbische Musikbund, ein junger und moderner Verband mit einem Frauenanteil von knapp 50 % sei, was auch an der Steingadener Kapelle zu erkennen sei. Vorstand Andi Strauß hatte es sich nicht nehmen lassen „seinen“ Damen die Ehrennadeln anzustecken, und einzig den Herren dem Bezirksleiter überlassen.  Auch zwei besonders verdiente Musiker konnte am Konzert für 60-jährige Tätigkeit im Verein ausgezeichnet werden. So erhielten der ehemalige Tenorhornist und noch immer aktive Beerdigungsmusiker Herman Dürr und sein Musikkamerad Franz Martin, welcher auch beim diesjährigen Konzert noch mitspielte, eine stattliche Anstecknadel für ihre langjährigen und treuen Verdienste um den Verein. Damit ihnen noch lange die Kraft zum Musik machen bleibe überreichte Andi Strauß den Jubilaren zusätzlich einen Fresskorb und bedankte sich auch bei Ihren Gattinnen mit einem Blumenstrauß. Franz Martin bedankte sich abschließend mit sehr herzlichen Worten bei seinen Musikkameraden und Kameradinnen für die schöne Zeit und vergaß dabei nicht, die netten Runden im Kaffeehaus Preisinger nach den Proben zu erwähnen.

Bevor das Publikum in eine 20-minütige Pause entlassen wurde, rüttelte die Musikkapelle die Zuhörerschaft mit dem Panorama Marsch von Thomas G. Greiner wieder wach. Besonders das Trio bot dabei die Gelegenheit seine Gedanken über das Steingadener Panorama aus Bloach, Wolfskopf, Grubenkopf, Hochplatte, Goaselstua, Tegelberg und Säuling schweifen zu lassen.

Den zweiten Teil des Konzerts eröffneten die rund 60 MusikerInnen mit spanischen Melodien aus der Hand des französischen Komponisten Emil Waldteufel. Der Walzer König von Paris hatte in seinem Walzer-Potpourri „Estudiantina“ vier spanische Melodien in einen Wiener Walzer verarbeitet, darunter das Duett „Estudiantina“ von Paul Lacôme welches für den Namen verantwortlich ist. Noch weiter in den Süden und sogar auf einen anderen Kontinent, ging es anschließend mit „Dos Danzas Latinas“ von André Waignein. Wie sich aus dem Titel unschwer schließen lässt bewegte sich die Kapelle nun auf lateinamerikanischem Gebiet, wo die sehnsuchtsvolle Kubanische Habanera mit der flotten, anmutigen Rumba zu einem mittreisenden Stück vereint wurde. Anscheinend konnte die Kapelle mit diesem Stück auch die Zuschauer mitreisen, da sie einen kräftigen Applaus hierfür ernteten. Beim nächsten Stück verblieben die Musiker auf demselben Kontinent, wechselten aber vom Inselstaat Kuba aufs Festland unter die mexikanische Sonne. Nun war die Stunde der beiden Hobby Mexikaner und Mariachi Musiker Fritz „Roberto“ Strauß und Jakob „Jacobo“ Hindelang gekommen, die laut Anna Bair die Mexikanischen Bräuche jeden Abend mit Tequila und Tortillas pflegten. Die Trompeter präsentierten die Solo-Swing-Polka „Zwei Mexikaner in Böhmen“, die traditionelle Polkaklänge mit heißen mexikanischen Beats und Melodien vereint. Zum Abschluss des Konzerts hatte Dirigent Georg Müller nach der halbtraditionellen Polka mit „Die Liebste“ von Jaroslav Tvrdý noch eine „richtige“ Polka aufgelegt. Nach diesem letzten Stück ernteten der Dirigent und seine Kapelle sehr großen Applaus, was sie dazu veranlasste eine Zugabe für das Publikum zu spielen. Mit der schwungvollen Polka „Vergnügungszug“ des eigentlichen Walzer-Königs Johann Strauß waren die Musiker am Ende des Konzerts noch einmal richtig gefordert. Die anschließend vom Publikum verlangte zweite Zugabe bereitete den Musikern eine große Freude. Mit „Dem Land Tirol die Treue“ bedankte sich die Kapelle bei ihren Schabmer Freunden, die mit einer ca. 10 Mann und Frau starken Abordnung angereist waren, für die nun schon zehnjährige Freundschaft. Nach einer kurzen Erholungsphase räumten die Musiker zusammen auf und ließen es sich dann beim gemeinsamen Festbankett gut gehen.